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Das Dorf Linn

Inmitten der sanften Jurahügelzüge, umgeben von weitgehend intakten Natur- und Kulturlandschaften liegt unser Dorf Linn. Es hat als idyllisches Strassendorf seinen bäuerlichen Charakter weitgehend bewahrt. Auch der Baumgarten unterhalb des Dorfes ist noch grösstenteils erhalten und bietet Lebensraum für viele bedrohte Vogelarten.

Das Wahrzeichen von Linn, die imposante Pestlinde am Eingang des Dorfes. Von diesem romantischen Aussichtspunkt aus bietet sich ein herrlicher Ausblick auf das Aaretal und auf Schloss Habsburg. An Tagen mit guter Sicht ist in der Ferne ein eindrückliches Alpenpanorama zu bewundern. Linn bietet sich als ausgezeichneter Ausgangspunkt für Wanderungen in einer wunderbaren Landschaft geradezu an.

Lage

Linn ist ein Dorf im Bezirk Brugg des Schweizer Kantons Aargau. Linn liegt etwas mehr als fünf Kilometer westlich des Bezirkshauptorts Brugg AG, am Südrand einer sanft gewellten, sich verengenden Hochebene am Übergang zwischen Tafeljura und Faltenjura. Rund anderthalb Kilometer nördlich befindet sich der Bözbergpass. Im Westen fällt die Ebene sanft ins Sagenmülital ab, in welchem einer der Quellbäche der Sissle entspringt. Östlich geht die Hochebene abrupt in ein steiles und enges Tobel über, das sich bis nach Villnachern erstreckt. Der im Süden liegende 722 Meter hohe Linnerberg bildet eine natürliche Grenze zum Aaretal.

Geschichte

Die erste urkundliche Erwähnung von Linne erfolgte im Jahr 1306 im Habsburger Urbar. Der Ortsname stammt vom althochdeutschen (ze) lintahe und bedeutet «beim Lindengehölz». Im Mittelalter gehörte das Dorf zum habsburgischen Gericht Bözberg; dazu zählten neben Linn auch Oberbözberg, Unterbözberg, Lauffohr, Mönthal, Rein, Remigen, Riniken, Rüfenach, Stilli und Villigen. In diesen Dörfern übten die Habsburger die hohe Gerichtsbarkeit aus, in Mönthal, Remigen und Villigen auch die niedere Gerichtsbarkeit.
Das Gericht wechselte ab 1348 durch Verpfändung mehrmals den Besitzer und kam 1377 schliesslich zur Herrschaft Schenkenberg. Die Stadt Bern besetzte 1460 die Herrschaft militärisch und fügte sie als neue Landvogtei den übrigen Untertanengebieten im Berner Aargau an. 1528 führten die Berner die Reformation ein. 1566 erfolgte die Aufteilung des Gerichts in einen oberen Bezirk mit Bözberg und Linn sowie in einen unteren Bezirk mit den übrigen Dörfern. Bis 1649 war Linn Teil der Kirchgemeinde Elfingen, kam dann aber zur Kirchgemeinde Bözberg. In dieser starben zwischen 1667 und 1669 zwei Drittel der Bevölkerung an der Pest.
Im März 1798 marschierten die Franzosen in die Schweiz ein, entmachteten die «Gnädigen Herren» von Bern und riefen die Helvetische Republik aus. Linn gehört seither zum Kanton Aargau. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts nahm die Bevölkerungszahl des landwirtschaftlich geprägten Dorfes kontinuierlich ab und hatte sich bis 1980 fast halbiert. Seither ist jedoch wieder eine Zunahme zu verzeichnen.

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Dorfbild Linn – ein Ortsbild von nationaler Bedeutung

Der Dorfkern von Linn hat besondere räumliche Qualitäten. Die Anordnung der Häuser im Strassendorf verbunden mit der topografischen Lage der Dorfstrasse schaffen einen klaren beidseitig geschlossenen Gassenraum. Obschon nur wenige Gebäude aneinander gebaut sind, bietet Linn das Bild einer dichten Zeilenbebauung. Durch die leicht gestaffelte Stellung der Höfe entlang der Dorfstrasse ergibt sich eine abwechslungsreiche Dachlandschaft.
An zwei Stellen weitet sich der Raum. Einmal zu einem kleinen Platzraum, dem Dorfplatz beim Milchhüsli, ein anderes Mal zu einem nur angedeuteten Platzraum Hübeli beim ehemaligen Restaurant zur Linde. In beiden Räumen unterstreicht ein Brunnen die Sonderstellung des Platzes im Gassenraum.

Dorfplatz beim Milchhüsli

Sitzbänke unter der kleinen Linde am Dorfplatz laden zum Verweilen ein und hier trifft man sich zum Dorffest, Christbaum-Verteilen oder Neujahrseinklang.

Pferdetränken und ein Schwatz am Brunnen

Das Restaurant zur Linde war einst ein lokal und regional beliebter Treffpunkt. Heute stilvoll als Wohnhaus und Weingut zur Linde renoviert bildet es idyllische Kulisse für den Dorfklatsch am Brunnen. Aus heimatschützerischer Sicht kann also der Tratsch am Brunnen in Linn sehr wohl von nationaler Bedeutung sein.

Der Dorfkern blieb im wesentlichen erhalten

Ein Vergleich der Michaeliskarte (um 1848) und der Siegfriedkarte (1880) mit einer aktuellen Aufnahme zeigt, dass sich die Struktur des Dorfkerns in dieser Zeitspanne nur minimal verändert hat. Dies liegt wohl einerseits daran, dass sich Abseits des Verkehrs und der industriellen Entwicklung der ursprüngliche Charakter des Bauerndorfes gut erhalten konnte. Andererseits sind neue Häuser mehrheitlich in Norden ausserhalb des alten Dorfes entstanden.
Die Zeilenbebauung im Dorfkern von Linn ist auf allen Abbildungen gut zu erkennen.

FUSION MIT DEN NACHBARGEMEINDEN

Linn war bis Ende 2012 eine selbständige Einwohnergemeinde und ging am 1. Januar 2013 in die neue Gemeinde Bözberg über.
Am 2. Dezember 2011 stimmte die Gemeindeversammlung dem Fusionsvertrag mit den Gemeinden Gallenkirch, Oberbözberg und Unterbözberg zu. Die Stimmberechtigten bestätigten diesen Beschluss am 11. März 2012 in einer Abstimmung mit 53 zu 31 Stimmen.